Bewegte Kunst

Ein AG- Projekt an der Wümmeschule und OBS Sottrum 2017

Die ganzheitliche Verknüpfung von Körper, Emotion und Kognition gelang uns über die Vielfalt an künstlerischen und körperorientierten Methoden.

Künstlerisch arbeiteten wir mit Ton und Acrylmalerei in Gruppen- und Einzelarbeiten. Aus alten Schuhkartons und Kisten wurden teils riesige Schatztruhen, die den Schülern als ressourcenorientierter Aufbewahrungsort dienten. So fanden die plastizierten Helden der Schüler dort ihr Zuhause, die in Auseinandersetzung mit dem Kinderroman „Momo“ von Michael Ende entstanden. Über die Erschaffung ihrer eigenen Helden stärkte sich das Selbstbewusstsein der Schüler und das Gefühl „Ich kann etwas schaffen!“ bildete sich heraus.

Ein ganz besonderes Gruppenerlebnis war die Gestaltung eines 5x2 Meter großen Bildes einer Schiffscrew samt Schiff. Darin setzten sich die Schüler mit den Fragen „Wer bin ich? Und wer bin ich in der Gruppe?“ auseinander.

Auf der körperlichen Ebene wirkten wir mit Wandelspielen, Clownerie, Akrobatik und Yoga positiv auf die Gruppendynamik ein. Außerdem geschah eine Auseinandersetzung mit der eigenen Emotionalität und Selbstwirkung. Daraus entstand der Mut zur eignen Präsentation in der Gruppe. Ausdauer, Konzentration und Gleichgewicht übten die Schüler, während sie mal mit mehr und mal mit weniger Unterstützung über die Slackline gingen.

Zudem schufen wir AG-übergreifende Rituale wie den „Abschluss-Sprung“, der ein zur-Ruhe-Kommen und dann ein gemeinsames, lautes und kräftigendes „HA“ beinhaltet.

 

Dank der Förderung einer Aufwandentschädigung von der Stiftung Bildung und LOK AG, sowie dem Materialgeld der Sparkasse Verden und Volksbank Wümme-Wieste konnten wir zu dritt das AG-Angebot anleiten und so eine intensivere Betreuung ermöglichen.

 

Wir sind dankbar, dass wir so erfolgreich in tiefe Gruppenprozesse einsteigen konnten. Stets haben wir ein sich wertschätzendes Sehen auf Augenhöhe gefördert und in unserem Dreier-Team den Schülern vorleben können. In einem konkreten Fall haben wir in einer akuten Mobbing-Situation interveniert und ein verwandelndes Gruppengespräch geführt, in der sich „Opfer“, „Täter“ und die übrige Gruppe mit Mitgefühl nähern und versöhnen konnten.

Eines haben wir ganz besonders in der Arbeit mit den Schülern erfahren: Es kam immer anders! Eine AG-Stunde konnte noch so gut vorbereitet sein, letztendlich kam es darauf an flexibel, kreativ und spontan auf die Impulse und Stimmungen der Schüler einzugehen.

So entstand durch die Idee eines Schülers, seine Gitarre zur AG mitzubringen, schließlich ein berührendes, selbst geschriebenes Lied über Freundschaft. Unsere Rolle bestand in dieser Situation unterstützend auf diesen Impuls zu reagieren und den Schülern Raum für eine emotionale Auseinandersetzung zu geben.

Eine Fortsetzung der AGs ist in kleinerem Umfang im nächsten Jahr geplant. Über den Kontakt zu einem tibetischen Lama aus dem fernen Ladakh im Himalaya-Gebirge haben sich neue Pläne gebildet: Wir planen, dann als Absolventen, für den nächsten Sommer dort ein interkulturelles Kinderprojekt in Verbindung mit Kunst und Bewegung ins Leben zu rufen. Wir freuen uns sehr auf die nächste Herausforderung und auf spannende Erfahrungen!

Zeitungsartikel:

 

Rotenburger Rundschau (02.03.17)

Rotenburger Rundschau (15.07.17)

Präsentation "Bewegte Kunst"

Im Schulhalbjahr Feb.–Jun. 2017 haben wir –  drei Kunsttherapie-Studentinnen: Smaida Brestrich, Jennifer Lichtenberger und Sinda Vögele  - an der Wümmeschule montags die AG mit dem Schwerpunkt „Körper“ und dienstags mit dem Schwerpunkt „Kunst“ angeboten. In der OBS Sottrum fand donnerstags eine „Yoga“-AG und eine „Bewegte Kunst“-AG statt. Diese wurden in der Trägerschaft des TSV Ottersberg durchgeführt.

In den AGs begegneten auch Kinder aus soziokulturell benachteiligten und sozialschwachen Familien. So konnten wir immer wieder bei den Schülern negative Glaubensätze, fehlendes Selbstvertrauen oder Probleme in der Sozialstruktur wie Mobbing entdecken. Mit dem AG-Angebot „Bewegte Kunst“ am Nachmittag haben wir ein besonderes Unterstützungsangebot geschaffen, in der wir Mut zu Entwicklung, die Freude am Spiel und das Vertrauen in die Gemeinschaft gefördert haben.


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